Es war einmal (m)ein Foodblog

Es war einmal vor langer, langer Zeit, da ging (am 04.04.2000) ein Foodblog namens »Kuechenzeilen.de« online, das aufgrund von regem Austausch in einem Rezepte-Forum einer Frauenzeitschrift entstanden war. Ohne ein Geschäftsmodell zu sein: Einfach nur so, zum Spaß. Wir sammelten unsere besten Rezepte, Tipps und Links - die Kuechenzeilen waren unser gemütlicher Treffpunkt in der Küche auf der großen virtuellen Party Anfang des Jahrtausends.

Zehn Jahre später brannte unser Haus und ich brauchte Geld, so dass ich die Domain mit dem lustigen Namen dann irgendwann verkaufte, einen Übergangsnamen etablierte und fast ein stressiges Jahrzehnt lang den Plan mit mir herumtrug, eines Tages wieder ein modernes Foodblog zu haben.

Am 04.04.2020 sind es 20 Jahre als #foodblog #foodie

Zum 20. Geburtstag der Kuechenzeilen-Blogidee wird »Planet Alltag« hoffentlich keine Baustelle mehr sein. Diesen Blogpost schreibe ich 33 Tage vor Jahresende 2019 und wir sind mit dem neuen Konzept für mein Foodblog schon ziemlich weit. Wir: Oliver Heine-Bonkowski (mein Mann und der Software-Developer, der mich unterstützt) und ich mit Noah, meiner Marketingassistentin fürs Kochen und die Redaktion.

In den 19,5 Jahren seit dem ersten Launch ist on- und offline viel passiert. Die Kuechenzeilen waren nur eines von mehreren Blogs in meiner Obhut. Sie zogen von der ersten handcodierten Idee in eine Blogsoftware um und wurden dort immer wieder erweitert. Später dann in liebevoller Handarbeit mit ExpressionEngine zu einem kleinen Portal aufgebohrt, mit Weihnachtsrezepten und so genannter leichter Kost befüllt, mit Party-Rezepten und um kulinarischen Ideen ergänzt. Vor allem aber wurden sie mit der Möglichkeit versehen, andere mitkochen und mitschreiben zu lassen.

Natürlich fegte irgendwann das Kommerzmodell Chefkoch.de alles von der Platte durch seine schiere Masse. Doch wir machten trotzdem noch eine Weile weiter. Das hat gut geklappt und vielen Freude gemacht, bevor das echte Leben zu oft reingrätschte bei den meisten und nur das befüllte Portal als Rezeptquelle stehen blieb.

Ich habe nie vergessen, wie viel Spaß es gemacht hat, zu den ersten Foodbloggern gehört zu haben. Die Freude, die alle an den gemeinsamen Aktionen und Ideen, Links und geteilten Rezepten hatten.

Trotz akuter Zeitnot habe ich mich also in den letzten Jahren hartnäckig durchgebissen: Mal schon mal die Domain gekauft, den Twitter-Account und die Facebook-Seite angelegt. Dann das Logo entworfen, ein Konzept geschrieben. Instagram aktiviert. Weitergekocht und irgendwann auch wieder fotografiert. Dann hatte ich Glück und traf Noah, die einen Nebenjob suchte. Wir sind uns in den wichtigen Sachen einig und eines ihrer vielen Talente ist das »Veganisieren« von Rezepten: Perfekt!

Außerdem wissen wir beide, dass wir ein klar strukturiertes und gut zu navigierendes Blog ohne Storytelling-Mausefalle betreiben wollen.

Viele aktuelle Foodblogs erzählen bekanntlich wunderbare (oder banale) Geschichten zu den Rezepten, größtenteils vermutlich aus SEO-Gründen oder weil man sich gegenseitig nachmacht. Doch wenn ich kochen will, dann will ich kochen und nicht lesen, warum 1983 beim Schüleraustausch in Süditalien die Nonna an einem regnerischen Tag dafür sorgte, dass man Zeit lebens bei Mandelkeksen nostalgisch wird und an karierte Geschirrtücher denken muss. Ich will dann ohne Umwege und ohne das Ausweichen rund um Dutzende von Anzeigen herum direkt zu den Zutaten und sehen, ob ich alles da habe, was ich brauche. Direkt zur Zubereitung weiterscrollen und schauen, ob ich darauf Lust habe und der Aufwand passt.

Kurz und gut: Obwohl ich die tollen Fotos bewundere und manchmal die nicht ganz so langatmigsten Geschichten lese, suche ich doch bei der täglichen Rezeptplanung erst einmal einfach nur Inspiration im Schnelldurchlauf.  Es wäre schön blöd von mir, wenn ich selbst dann ein Foodblog bauen würde, das meinen eigenen Wünschen nicht entgegenkommt.

Außerdem fotografiere ich nicht gut und habe gerade keine Zeit, es vernünftig zu lernen. Ich arbeite also mit schmutzigen Tricks, damit meine Bilder so halbwegs in der passenden Farbwelt erscheinen. Zwischenzeitlich konzentriere ich mich auf die Dinge, die ich kann: Praxistaugliche besonders leckere Rezepte so optimieren, dass Ihr sie findet. Und das Marketing drumherum.

Auf dem Foodblog-Teil von »Planet Alltag« kommt also der Nutzen für Euch Hobbyköchelnden zuerst - und dann erst der »Erfolg« des Blogs.

Meiner Meinung nach müsste euer Nutzen ja auch letzendlich das ultimative Erfolgsrezept sein 😊

Ich bin also gespannt, wie Ihr das Planet-Alltag.de Konzept ab dem 4. April 2020 dann findet und hoffe, dass Ihr bereits jetzt Appetit auf unseren sonntäglichen Newsletter bekommen habt.

Den Holzkochlöffel schwenkend grüße ich euch
bis hoffentlich bald in diesem Blog
Melody

P.S. Beruflich findet Ihr mich unter carola-heine.de und mein anderes berufliche Blog heißt natürlich Notizblog.de.



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Melody
Carola Heine, Nickname seit 1994 "Melody". Bloggt seit 1996, lebt vom Schreiben, liebt Foodblogging.