Von Churros, Cheesecakes und der Notwendigkeit, selbst »al dente« zu sein

Liebe Foodies und andere Lesenden,

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In der letzten Woche landeten zwei Rezepte neu im Blog und ein drittes (die Churros) ist jetzt so gut auffindbar, dass es alle Suchergebnisse dominiert:

Die Churros, das ist Ehrensache, testen wir auch gerade in vegan und es entwickelt sich ganz gut:

vegane Churros, Rezept folgt

 

Churros kannte ich gar nicht, außer vom Sehen. Das hat mich (natürlich) nicht davon abgehalten, dem Friedhof der exotischen Küchengeräte einen weiteren Bewohner zu spendieren, als der Churro-Maker im Sonderangebot war.

Aber ich bin ja auch kulinarischen Experimenten mit seltsamen Geräten gegenüber sehr aufgeschlossen (und man kann auch Sandwiches in den Churro-Maker quetschen).

Aufgeschlossen auf Food-Erlebnisse zugehen? Machen bekanntlich nicht alle.

Falls euch zwischendurch mal entfallen sollte, wie schubladig unser alltägliches Denken so ist und wie dumm es doch im Grunde ist, den ersten eigenen Reflex mit Klauen und Zähnen zu verteidigen, geht doch einfach mal in eine Facebook-Gruppe mit Migrationshintergrund und macht etwas anders als erwartet.

Ich habe es vor ein paar Tagen gewagt, einen typisch deutschen Käsekuchen (gebacken) in eine amerikanische Group zu stellen und ihn einen Cheesecake zu nennen.

Was dann folgte, war eine lange Parade an Paradebeispielen menschlicher Arroganz: Wie doof konnte ich wohl sein? Wo war denn da der Cheesecake? Lachhaft, mein Rezept und Bild - und ich erst!

mini Gugelhupf pink Cheesecake

Leider kam dann ein Spielverderber, der die Wikipedia zückte und darauf hinwies, dass das Käsekuchen-Universum recht groß ist. (Wenn auch vermutlich nicht ganz so groß wie die Dummheit in ihren vielen Ausdrucksformen.)

Dabei hatte ich gerade angefangen, mich großartig darüber zu amüsieren, wie felsenfest man davon ausgehen kann, Den Einzig Wahren Käsekuchen zu kennen - und das in einer Community, deren Rezepte größtenteils mit dem Zusammenkippen von fertigen Backmischungen anfangen. Faszinierend.

Ich verstehe den Reflex ganz gut, erst mal die eigene Sicht zu verteidigen

Damit bin ich bestimmt nicht alleine (weder mit dem Reflex noch dem Verständnis dafür). Aber wer genau hinschaut, kann sehen, wie viel Aroma, Experimente und Biss und Qualität wir verlieren, wenn alles auf unterstes Mittelmass eingedämmt wird, nur weil die eine Hälfte keine Reibung will und die andere keine Einsicht zeigt.

Es ist anstrengend, Fehler zu machen und dabei mit etwas Pech auf selbstgerechte Menschen zu treffen. Es kostet Kraft, Scherze zu machen, missverstanden zu werden und manchmal sogar den eigenen Humor für andere sezieren zu müssen. Es gibt wenig Applaus dafür, neue Wege zu gehen und andere Dinge zu probieren. Man muss sich aufraffen, die Sicht der anderen anzunehmen, wenn man dafür umdenken muss, nur weil sie leider Recht haben. Und so weiter.

Doch die Alternative Mainstream-Einheitsbrei für alles und alle ist schlimmer.

Wir sollten also niemals damit aufhören, »al dente« zu sein 😊

Wir lesen uns! Einen schönen Sonntag
und herzliche Grüße

Melody (Carola Heine)

P.S.

Zum nächsten Kaffee gebe ich euch noch einen Linktipp mit: »Ich habe einen Monat lang vegan gelebt und musste mich der unangenehmen Wahrheit über Fleischesser stellen« von Lisa Schönhaar: »Ich kann es wirklich nicht mehr hören. Diese unüberlegten, aggressiv-defensiven „Argumente“ von Fleischessern, die versuchen, ihren Fleischkonsum zu rechtfertigen.«

Ich auch nicht. Ich kann es auch nicht mehr hören 😊 Esst doch, was ihr wollt. Aber bitte nicht so tun, als könne man nicht ändern, was das ist, was man so futtert.



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Melody
Carola Heine, Nickname seit 1994 "Melody". Bloggt seit 1996, lebt vom Schreiben, liebt Foodblogging.
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  • Ines: Ein dickes Lob für den…