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Unser neues Buch ist da! Gaumenkuss und Gugelhaps im Handel

Liebe Foodies und andere Lesenden,

es war eine spannende Woche, denn am Dienstagmorgen ist das zweite Backbuch zu unserem Blog erschienen: Gaumenkuss und Gugelhaps kann man jetzt bestellen und ich selbst fiebere meiner Lieferung Autorinnenexemplare entgegen.

Endlich konnte ich die Rubrik Bücher einweihen, mit einem einzigen Buch war mir das nämlich ein bisschen zu peinlich (und ich bin zu spät auf den Gedanken gekommen, Annie oder meine Kurzgeschichten auch unterzubringen, das hole ich vielleicht irgendwann nach).

Trotzdem habe ich natürlich wieder drei Rezepte für euch und das erste stammt aus dem Buch:

Gaumenkuss und Gugelhaps

Es werden nicht alle Rezepte aus dem Buch im Blog erscheinen, aber viele. Ich glaube nämlich, dass es viel schöner ist, sich ein Kochbuch zu holen und darin zu blättern - oder es zu verschenken - als sich mühsam aus einem Blog einzelne Rezepte zusammenzufischen. Ein hübsches Buch ist ein Genussmittel in sich.

Außerdem, und auch das ist ein Punkt: Nicht alle können sich mal eben spontan ein Kochbuch kaufen, weil sie das Geld für die Zutaten brauchen. Das Großartige am Internet und an Foodblogs ist, dass es auch niemand muss.

Ich habe gelogen oder mich zumindest vertan

Während ich mich noch darüber freute, dass es so schnell geht mit dem Selfpublishing und mich noch davon zu überzeugen versuchte, dass ich aber nun doch endlich mal Marketing machen muss, fiel mir eins auf:

Ich habe im Vorwort des Buchs geschrieben, dass ich teure und exotische Zutaten vermieden habe. Das stimmt auch - mit einer Ausnahme. Drachenfruchtpulver ist so ergiebig, dass ich seit Monaten an der ersten Tüte herumverbrauche und ich hatte daher den stolzen Preis von fast 15 Euro für 100 Gramm vergessen. Auf dem Buch seht Ihr unter anderem zarte Zitronengugelhupfe mit einem Hauch Drachenfruchtpulver im Puderzucker und ein paar Zuckerperlchen.

Die veganen Zuckerperlen waren auch kein Schnäppchen, aber die braucht man ja nur für besonderes Gebäck.

Warum normale Zuckerperlen zur Dekoration von Gebäck nicht vegan sind?

Weil sie in der Regel mit einem Hauch Bienenwachs versiegelt werden und die Rosé und Rot-Töne mit Karmin erzeugt werden. Karmin ist der wohl natürlichste aller Zusatzstoffe: Zerquetschte schwangere Schildläuse. Ich weiß nicht, wie Ihr das so seht, aber darauf habe ich keinen Bock. Zumal es bunt auch ohne geht.

Bunte Mini-Gugl nach dem Basisrezept im Blog

Auf diesem Bild: Basisrezept Mini-Gugelhupfe aus dem Buch, einmal mit Nuss und Möhre, einmal mit einem Hauch Matcha, einmal Schoko, einmal Marmor und ganz zart rosa mit Pink Pitaya (unter diesen liegt eine dicke Schicht undekorierte Zitronenmuffins, wie man an den Papptellern sehen kann, wurde diese Kuchenladung als Geschenk abtransportiert und erfreute eine Familie mit deutlich mehr als “ein Kinder”.

“Ein Kinder” ist ein Spruch, der von einem Rockkonzert stammt, auf das die Tochter mitgenommen werden wollte, als sie 10 war. Die Leadsängerin fluchte derbe, erschrak sich dann und sagte “Verdammt, es sind ja Kinder anwesend”, warf einen genaueren Blick und korrigierte: “Ein Kinder.” Seitdem ist das eines dieser geflügelten Familienworte: Wo ist das Kinder?

Obwohl es auch dazu im Umfeld und online Menschen mit Meinung gab:

Erste Ausläufer der Belehrungs- und Massregelungskultur

Inzwischen gewöhnt man sich ja quasi beinahe (nicht) daran, dass in den Sozialen Medien deutlich zu viele Menschen unterwegs sind, die ihre eigenen Befindlichkeiten als Panzer quer vor der Brust tragen - sich künstlich empören und einen feisten Tonfall anschlagen - in die Kommentarspalten wie in den Krieg ziehen und es sichtlich nicht ertragen, wenn jemand andere Meinungen hat.

Das muss ein schwieriges Leben sein, denn wenn man eine verbohrte Nervensäge ist, regnet es normalerweise nicht viel Zuspruch. Ich habe mir angewöhnt, nervenschonend sofort den technologischen Rückzug (per Block-Button) anzutreten, wenn ich merke, dass Menschen sich komplett verbeissen.

Von meiner Tochter als “das Kind” zu schreiben, sehr bewusst und überlegt, hat mir damals die ersten selbstgerechten Übergriffler eingebracht, die sich “unbehaglich damit fühlten, dass ich diesem vermutlich weiblichen Kind seine wahre Identität abspreche” oder einfach nur vorwurfsvoll blökten, ich könne doch auch “das Mädchen” sagen.

Können kann ich ganz viel. Aber es ist ja gar keine gute Idee, sich nach Menschen mit schlechten Manieren zu richten 😊 Außerdem kriege ich ganz große Ohren, wenn Frauen irgendwas MÜSSEN und Mädchen irgendwas SOLLEN.

Meistens ist es Bullshit.

So etwas abtropfen zu lassen, das sollten alle lernen. Auch die Jungs jeder Altersstufe. Ich arbeite noch dran, den Blubber einfach wegzublenden. Noch mehr aber daran, nicht selbst Blubber abzugeben. Wir haben ja doch alle einen Schubladenschrank im Kopf und können ihn flexibel einsetzen oder es lassen.

Gaumenkuss und Gugelhaps

Wenn ich jetzt noch wüsste, wie ich vom Gugelhaps auf dieses Thema umgestiegen bin? Egal. Kauf das Buch. Es ist hübsch, es macht mich nicht reich - aber es freut mich.

Wir lesen uns! Einen schönen Sonntag
und herzliche Grüße

Melody (Carola Heine)

P.S.

Nicht vergessen: Morgen gibt es vielerorts wieder #montagsnudeln 😊

Montagsnudeln

Mehr Dauer-Challenges auf #planetalltagde

 


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Melody
Carola Heine, Nickname seit 1994 "Melody". Bloggt seit 1996, lebt vom Schreiben, liebt Foodblogging.
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